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Wende im Tank

Sie sind sauber, klar wie Wasser und passen in jeden Tank: synthetische Kraftstoffe. Um sie voranzubringen, werden Millionen investiert. Aber sind sie die Lösung in der Diesel-Krise?

Forscher sind sich sicher: Die Zukunft der Kraftstoffe ist synthetisch. Statt aus Erdöl werden sie aus Fetten, Erdgas oder Strom hergestellt. Der Effekt: deutlich weniger Schadstoffe. Kritiker allerdings warnen: Für eine echte Verkehrswende taugen sie allein nicht.

Zwei Turbolader, 420 PS und eine Spitzengeschwindigkeit von 280 Kilometern in der Stunde. Der Rennwagen der "Tuning Akademie" schenkt den Konkurrenten auf dem Hockenheimring nichts. Was die meisten nicht wissen: Im Tank des Wagens ist das pflanzliche HVO (Hydrogenated Vegetable Oil). HVO ist ein synthetisch hergestellter Kraftstoff, die allgemein auch als "Synfuel" bezeichnet werden. Für das Team ist der synthtetische Kraftstoff kein Problem: Die Power stimmt, das Drehmoment ist sogar höher. Und dabei musste der Diesel-Motor nicht einmal umgebaut werden.

Mit den ersten Synfuels auf dem Markt ist ein Anfang gemacht, glaubt Prof. Manfred Aigner vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Allerdings sei noch viel Luft nach oben. Aigner sucht nach dem optimalen Kraftstoff der Zukunft. Schon jetzt kann der Ausstoß von Feinstaub um die Hälfte reduziert werden, der von Stickoxiden um etwa zehn Prozent. Mit der richtigen Technik sind sogar null Emissionen denkbar, sagt Aigner. Der Durchbruch sei nur noch eine Frage von Jahren.  

Auch Schiffe und Flugzeuge tanken bereits synthetische Kraftstoffe. Noch sind sie aber teuer und schwer zu bekommen. Nur eine Handvoll Tankstellen bietet sie an. Das könnte sich ändern. Denn Forscher und Firmen stehen in den Startlöchern. Die deutsche Sunfire will schon bald mit einer Produktionsanlage in Norwegen an den Start gehen. Sie soll Millionen Liter produzieren - zu konkurrenzfähigen Preisen. Der Clou dabei: Der Kraftstoff wird allein aus Wasser, Kohlendioxid und Ökostrom hergestellt.

Kritiker wie Christian Hochfeld von "Agora Verkehrswende" bleiben dennoch skeptisch. Für die Wende im Pkw-Verkehr taugen die Synfuels nicht, glaubt er. Es scheitere an Ressourcen und den hohen Kosten. Das Rückgrat der Wende bleibe das E-Auto.  

Wundermittel oder Luftnummer? "planet e." geht der Frage nach, ob synthetische Kraftstoffe das Zeug zum Öko-Sprit der Zukunft haben.

Quelle: UNITI // ZDF

https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-wende-im-tank-100.html